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Geschichte der Klausenrennen

Mythos am Berg 21, 5 km

1922-1934
Das Klausenrennen von 1922 bis 1934 war mit Abstand das bekannteste und schwerste Bergrennen jener Zeit. Keine andere Bergstrecke faszinierte Zuschauer und Rennfahrer so stark wie die 21, 5 km lange Schotterstrasse von Linthal zur Klausenpasshöhe, die über 1237 Höhenmeter und durch 136 Kurven führte. Von 1922 bis 1934 trafen sich Jahr für Jahr die besten Rennfahrerinnen und Rennfahrer der Welt, um sich am Klausenpass zu messen. Auf feuerspeienden Grand-Prix-Rennwagen jagten und schleuderten sie von der Geschwindigkeit besessen, fauchend und brüllend mit 200 Sachen über den Urnerboden, hinein in die wilde Klus, hinauf zum Ziel am Fusse des 3267 Meter hohen Claridens.
1930 stellte der 23-jährige Engländer Tom Bullus auf einer NSU mit 16. 41. 0 Minuten einen neuen Motorrad-Klausenrekord auf, der auch in den letzten beiden Klausenrennen von 1932 und 1934 nicht mehr unterboten wurde. Bei den Automobilisten hingegen fiel der absolute Klausenrekord mit der letzten Austragung 1934. Der deutsche Rudolf Caracciola fuhr auf dem Grand-Prix-Rennwagen W25 von Mercedes die sagenhafte Durchschnittsgeschwindigkeit von 83, 9 km / h, wohlverstanden auf einer schmalen, unbefestigten Schotterstrasse. 15. 22. 2 Minuten – eine unglaubliche Zeit! Ein Blick auf die Ranglisten der 10 historischen Klausenrennen lässt erahnen, was für ein hoch stehender Rennsport am Klausenpass geboten wurde. Rudolf Caracciola, Hans Stuck, Tazio Nuvolari, Achille Varzi, Whitney Straight, Louis Chiron.

1993
Am 25. Juli 1993 erlebten die Klausenrennen eine Wiedergeburt. Über 400 historische Renn- und Sportwagen, Rennmotorräder und Threewheeler, alle aus der Zeit der historischen Klausenrennen, jagten Caracciolas Streckenrekord aus dem Jahre 1934.

1998
Auch 1998 kamen sie erneut aus ganz Europa wieder nach Linthal: Auto Union, Alfa Romeo, Bugatti, Maseratti, Mercedes, ERA, MG, NSU oder Scott und die 25'000 Zuschauer entlang der Rennstrecke fühlten sich erneut in die Zeit der heulenden Kompressoren der 20er- und 30er- Jahre zurückversetzt. Nicht weniger als 22-mal wurde Caraciolas Rekord gebrochen. Der Engländer Julian Majzub auf Bugatti 35 B setzte auf der asphaltierten und teilweise ausgebauten Strecke einen neuen Massstab: 13. 49. 08! Einer der grossen Stars des Klausenrennen-Memorials 1998 war der 60 Jahre alte Auto Union 16-Zylinder Bergrennwagen.

2002
Auch am Klausenrennen-Memorial 2002 traten legendäre Rennwagen an: Ein Alfa-Romeo 158, die legendäre „Alfetta“, die in ihrer stärksten Ausführung aus den 1, 5 Litern Hubraum 425 PS erzeugte und 1950 Farina und 1951 Fangio zum Fahrerweltmeister gemacht hatte; der einzige noch fahrtüchtige Bugatti Typ 53 mit Vierradantrieb, zwei Maserati 4CL, ein 16-Zylinderwagen des Typs C von Auto Union. Die über 30 Bugattis erwiesen sich als zuverlässiger Publikumsmagnet. Unter den 150 gemeldeten Töffs waren originale Maschinen, die schon die historischen Klausenrennen effektiv gefahren sind, wie eine Harley-Davidson (1929), eine Condor (1932) und eine Motosacoche (1934). Im ersten Rennlauf am Samstag waren unter den Publikumslieblingen die Morgan-Three-Wheeler, die mit Alkohol angetrieben werden; der Liverpooler Bill Tuer legte mit seiner Maschine die Strecke mit bester Tageszeit aller Rennfahrzeuge, nämlich 14 Minuten 39 Sekunden, zurück. Am Hauptrennen gewann er den grössten Bergkristall als Trophäe.